Karrieretipps
 

Thema des Monats:
Ködern Sie Ihren Gesprächspartner am Telefon

 

Der heutige Arbeitsmarkt erfordert eine spezielle Vorgehensweise. Scheuen Sie nicht, bei der Auswahl unter den vielen Stellenangeboten nach einer bewährten Methode vorzugehen: greifen Sie zum Telefon. "Hallo, Herr Schmidt? Mein Name ist Martin Müller. Ich bin ein versierter Ausbildungsfachmann…"

Wie Sie das Telefongespräch planen

Um schon das erste Telefonat zu einem Erfolg zu machen, brauchen Sie lediglich verbal ein überzeugendes Bild von sich zu malen. Für den Anfang erinnern Sie sich an die alte Weisheit: "Niemand hört wirklich zu. Wir warten alle nur darauf, selbst das Wort ergreifen zu können." Angesichts dessen sollten sie nicht erwarten, die Aufmerksamkeit eines anderen lange fesseln zu können, deshalb sollte das Portrait, das Sie von sich zeichnen, knapp, aber gründlich sein. Vor allem sollte es spezifisch genug sein, um Interesse zu wecken und den Firmenrepräsentanten aufhorchen zu lassen, jedoch auch unbestimmt genug, um Fragen zu provozieren und Ihr Gegenüber zu veranlassen, nachzuhaken. Das Ziel ist es, in groben Zügen eine Darstellung Ihrer Fähigkeiten zu geben.

Eine telefonische Vorstellung muss vier folgende Merkmale aufweisen, um erfolgreich zu sein:

A - Sie müssen die Aufmerksamkeit (attention) des Unternehmensvertreters auf sich ziehen.

I - Sie müssen das Interesse (interest) des Unternehmensvertreters wecken.

D - Sie müssen den Wunsch (desire) erzeugen, mehr über Sie erfahren zu wollen.

A - Sie müssen den Unternehmensvertreter dazu ermuten, in Aktion (action) zu treten.

Das Interesse, das Sie wecken, zeigt sich in Fragen, die man an Sie richtet. Die Art der Fragen ermöglicht es Ihnen, die speziellen Bedürfnisse der Firma herauszufinden. Damit können Sie das laufende Gespräch auf diese Bedürfnisse abstimmen.

1.Schritt

Beschreiben Sie, wer sie sind und was Sie tun. Sie zielen darauf ab, die Aufmerksamkeit des Unternehmensvertreters zu wecken und ihn zu bewegen, nicht aufzulegen. Diese Einleitung soll Ihre Berufsbezeichnung und eine kurze, allgemein gehaltene Beschreibung Ihrer Aufgaben und Zuständigkeiten enthalten. Geben Sie eine unspezifische Berufsbezeichnung an, wie in Ihrem Lebenslauf. Denken sie daran: Mit einer allgemeinen Berufsbezeichnung einen Fuß in die Tür zu bekommen, kann Ihnen die Chance geben, Ihre herausragenden Fähigkeiten zu verkaufen. Erzählen sie gerade so viel von sich, dass Sie den Firmenvertreter neugierig machen und ihn dazu veranlassen, Fragen zu stellen.

Anmerkung: Fragen Sie niemals, ob Sie gerade jemandem stören. Sie liefern ihm damit sofort die Entschuldigung, "Ja" zu sagen. Umgekehrt wird die Frage, ob man etwas Zeit für Sie habe, gewöhnlich mit einem "Ja" beantwortet. Dann können Sie gleich zu nächstem Schritt Ihrer Vorstellung übergehen.

2.Schritt

Jetzt sind sie in der Lage, beim Gesprächspartner Interesse zu wecken und den Wunsch zu erzeugen, Sie kennen zu lernen. Es ist Zeit, mit einer oder zwei Ihrer Leistungen herauszurücken. Beschränken sie sich auf zwei Punkte und schließen Sie diese an ihren Einleitungssatz an. Formulieren Sie kurz und bündig, ohne Ausschmückungen. Beispiel:

"Als drittbeste Verkäuferin meiner Firma erhöhte ich den Umsatz in meinem Bereich um 15 Prozent auf mehr als 2 Mio. Euro. Im letzten halben Jahr habe ich von der Konkurrenz drei wichtige Kunden abwerben können."

3.Schritt

Sie haben den Unternehmensvertreter dazu gebracht, mehr über sie wissen zu wollen, also können Sie ihm jetzt dazu bewegen, in Aktion zu treten. Geben Sie den Grund Ihres Anrufs an, und bitten Sie um ein Treffen. Bauen sie Ihre Rede sorgfältig auf, und schließen sie mit einer Frage, die eine positive Reaktion auslöst, die in eine praxisbezogene Diskussion zwischen zwei Profis mündet.

"Ich rufe deshalb an, Herr Schmidt, weil ich eine neue Herausförderung suche. Und nachdem ich mich über Ihr Unternehmen informiert habe, hatte ich den Eindruck, man könnte ins Gespräch kommen. Sind das die Fähigkeiten und Leistungen, die sie von Ihren Mitarbeitern erwarten?"

Ihre Vorstellung endet mit einer Frage, die eine Positive Reaktion garantiert.

So leicht geht das.

Martin John Yate

Martin John Yate ist Ausbildungsleiter bei Dunhill Personell Systems, einem der größten Personalvermittlungsdienste in den USA.

 

Worauf Job-Novizen achten sollten, damit der Start gelingt

»Lernbereitschaft
Egal ob frisch diplomiert oder von einer Topfirma kommend, als neuer Kollege sollten Sie bereit sein, sich in ein neues Umfeld einzuarbeiten.

»Bescheidenheit
Wer neu ist und trotzdem umgehend alles ändern und verbessern will, wird aus Unkenntnis der Gegebenheiten zwangsläufig scheitern.

»Geduld
Bauen Sie behutsam Kontakte auf. Nehmen Sie sich die Zeit, informelle Strukturen zu erkennen, bevor sie sich mit den Falschen verbünden. Wer sind die Steigbügelhalter und wer die Fallensteller? Wer hat viel Einfluss, und wer hätte ihn gern?

»Sorgfalt
Schon die ersten Betätigungen verraten einiges über den Jobstarter:
Wie gut haben Sie den Wust der Ihnen ausgehändigten Unterlagen abgelegt? Können Sie schnell PC- und Telefonanlage bedienen?
Merken Sie sich Namen? Kommen Sie pünklich zu Meetings?

»Fachliches Können
Welche Kompetenzlücke können Sie schließen? Wie bringen Sie das Team voran?

»Akzeptanz
Was sagen Kollegen und Kunden über Sie? Und falls Sie anecken, gibt es dafür vielleicht wichtige Gründe, etwa eine Blockadehaltung der anderen? Können sie dem Team wichtige Impulse geben oder sind Sie nur Sand im Getriebe?

»Loyalität
Wie treten Sie Ihren Vorgesetzten entgegen? Kann Ihr Chef sich auf Sie verlassen?

»Profilierung
Passen Sie sich nur an das Vorgefundene an oder können Sie kraft Ihres Wissens oder Charakters auch neue Dinge in Bewegung bringen?

Quelle: LZ Spezial Karriere 4/2005

 

Motor Mittelstand

 

Mehr als 90 Prozent aller Unternehmen in Deutschland gehören zu den so genannten kleinen und mittleren Firmen - immerhin 3,3 Millionen. Sie bilden, so der diesjährige Mittelstandsbericht, acht von zehn Lehringen aus und beschäftigen 70 Prozent aller Arbeitnehmer. Oft übersieht der Führungsnachwuchs, dass hier große Gestaltungsspielräume und viel Verantwortung winken. Doch was erwarten die Unternehmen von ihren Bewerbern?

Christian Wolf, Geschäftsführer Marketing und Vertrieb der Firmengruppe Wolf:
"Ehrlichkeit in den Bewerbungsgesprächern ist für beide Beteiligte ein entscheidender Faktor. Denn Teamarbeit, Selbstverantwortung und Engagement sind das Kapital des Mittelstands. Außerdem nehmen wir unseren Beruf Persönlich - da gehört eine Menge Herzblut und Begeisterung dazu.

Rolf Klein, Geschäftsführer Marketing und Warenwirtschaft der OTG:
"Spitzenbewerber in unseren Augen qualifizieren sich nicht durch Privatuniversität, eine fünfte Fremdschprache oder sieben Jahre Aufenthalt in Tibet. Sondern durch Lust an der Aufgabe, Willen zur Leistung und Entwicklung der eigenen Fähigkeiten zum Wohle des Unternehmens. Nur so entstehen Win-Win-Situationen für beide Seiten. Insofern haben wir auch kein Interesse daran, dass sich zukünftig so genannte High Potentials gegebenenfalls mit der OTG als Durchlauferhitzer-Adresse schmücken.

Stefan Bastert, Leiter der Personalabteilung der Warsteiner Brauerei:
"Personalsuche und -entwicklung sind das A und O für einen Mittelständler, weil er sich nicht viele Fehlgriffe leisten kann. Entscheidend ist, in persönlichen Kontakt mit den Bewerber zu kommen und ihn von dem Unternehmen sowie seiner Kultur zu überzeugen. Es stellt sich schnell heraus, ob der neue Mitarbeiter ins Unternehmen passt und wie gut er die gestellten Aufgaben löst.

Quelle: LZ Spezial Karriere 4/2005


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